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Orthogonalität in der Technikanalyse

Weshalb sollte ich meine Analyse-Informationen mit Reflexionsraster und Reflexionsgegenstand strukturieren?

Die Orthogonale Analyse ist eine schlanke Methode, die Reichweite und Grenzen der Informationssammlung transparent darzustellen.
Das ermöglicht geteilte Verantwortung.

Vorgehen

Baue das Raster auf und beschreibe es in Struktur, Prozess und Ergebnis, um eine Kritische Reflexion der Reichweite und Grenzen zu ermöglichen.

  • Struktur: Beschreibe, in welchem Rahmen etwas entstehen wird. Reflektiere die Richtigkeit dieser Planung in der späteren Umsetzung und halte in Memos fest. Strukturen können von zeitlichen und finanziellen Ressourcen, aber auch etwa durch Geoblocking beim Zugang zu Information limitiert sein.
  • Prozess: Beschreibe, in welchem Prozess etwas entstehen wird. Reflektiere die Richtigkeit dieser Planung in der späteren Umsetzung und halte sie in Memos fest. Prozesse beschreiben, wer was wie genau macht.
  • Ergebnis: Beschreibe, welches Ergebnis aus Struktur und Prozess zu erwarten ist. Reflektiere die Richtigkeit dieser Annahme nach der späteren Umsetzung und halte sie in Memos fest.
  • Kritische Reflexion:
    • Reichweite: Was ist der Mehrwert meines Vorgehens und meiner Ergebnisse?
    • Limitationen: In welchem Kontext kommen mein Vorgehen und meine Ergebnisse an welche Grenzen?

1) X-Achse: Reflexionsraster

Das Reflexionsraster legt fest, an welchen Theorien, Modellen und Annahmen analysiert wird. Bildlich gesprochen:: Wenn ich wissen möchte, wie hoch ein Gummiball hüpft, liefert ein harter und flacher Betonboden die bessere Resonanz als ein Weicher Boden (Watte, Wasser, Geröllfeld). Ein ungeeignetes Reflexionraster kann einen höheren Einfluss auf das Ergebnis haben als der Reflexionsgegentand.

  • Ordne die impliziten und expliziten Theorien, Modelle und Annahmen an der X-Achse an.
  • Arbeite die Struktur, Prozess und Ergebnis in einem kurzen Fliesstext aus.


2) Y-Achse: Refelexionsgegenstand

Der Reflexionsgegenstand bildet etwa die Informationsquellen ab. Bildlich gesprochen: Wenn ich Wissen möchte, welcher Gummiball am höchsten Springt, macht es auch bei bester Bodenfläche einen unterschied, ob ich 10 gleiche Gummibälle der gleichen Produktcharge, verschiedener Produktchargen, verschiedenen Alters - oder ganz unterschiedliche Gummibälle teste. Der Reflexionsgegenstand ermöglicht mir einzuschätzen, ob meine Testmethode richtig ist. Wenn die Sprungkraft der Gummibälle sehr eng aneinander liegt, benötigte ich ein feineres Messinstrument, als wenn die Unterschiede sehr deutlich sind. Die klare Beschreibung des Reflexionsgegenstandes ermöglicht es, einzuschätzen, ob das Richtige reflektiert wird.

  • Ordne die gewonnenen Informationsquellen an der Y-Achse an.
  • Arbeite die Struktur, Prozess und Ergebnis in einem kurzen Fliesstext aus.


3) Fläche O: Strukturierte Information

Die Fläche bildet den Raum ab, den mein Ergebnis einnehmen kann. Ein umfassendes Raster und ein umfassender Gegenstand vergrössern dieFläche - und damit auch die zu leistende Arbeit Bildlich gesprochen: Ich kann Gummibälle nach Farbe, Härte, Sprunghöhe, Preis, Grösse, Geruch... untersuchen. Wenn mich aber nur Interessiert, ob ich ihn verschlucken kann - genügt mir ein schlankeres Vorgehen.

  • Markiere die Kreuzungspunkte von Reflexionsgegenstand und Reflexionsraster auf der Fläche O - in der Praxis bedeutet das meist, Informationen nachvollziehbar in eine Tabelle einzutragen.